Hanspeter Oggier

Bild von Hanspeter OggierHanspeter Oggier, Panflöte
Hanspeter Oggier, Panflöte, in St. Niklaus (Schweiz, VS) geboren. Erste Ausbildung auf der Panflöte bei verschiedenen Lehrern im Wallis, ab 1996 erhält er in Genf regelmässigen Unterricht bei Simion Stanciu «Syrinx». Im Herbst 2002 beginnt Hanspeter Oggier beim SMPV das Musikstudium mit Hauptfach Panflöte in Genf und Zürich. 2006 erhält er das Lehrdiplom (Hauptfachlehrer Simion Stanciu Syrinx), 2008 das Konzertdiplom SMPV mit Auszeichnung (Hauptfachlehrer Herr Kiyoshi Kasai, Dozent für Querflöte an der Musikakademie Basel). Im gleichen Jahr wird er als erster Panflötist überhaupt an einer Musikhochschule in der Schweiz offiziell und vollumfänglich zugelassen und nimmt in Folge an der Hochschule Luzern - Musik den Studiengang «Master of Arts in Music mit Major Performance Klassik» in Angriff, welchen er im Juli 2010 erfolgreich abschliesst (Hauptfachlehrerin Janne Thomsen, Gastdozentin für Querflöte).

Das Repertoire des Panflötisten ist breit abgestützt und umfasst Werke von der Renaissance bis hin zu zeitgenössischen Kompositionen in verschiedenen Besetzungen. Im Bereich der modernen Musik regt er immer wieder – in enger Zusammenarbeit mit Komponistinnen und Komponisten verschiedener Generationen– die Entstehung neuer, original für Panflöte geschriebener Werke an. In den letzten Jahren ist vor allem die Auseinandersetzung mit Alter Musik ist ein sehr zentrales Betätigungsfeld des Musikers geworden. In der Aufführung barocker Werke mit einer barock gestimmten und konzipierten Panflöte betritt er sozusagen musikalisches Neuland. Die aussergewöhnliche Möglichkeit, sich mit dem Instrumentenbauer und Musikwissenschaftler Luc Breton, dem Tonmeister Jean-Daniel Noir und dem Cembalisten und Pianisten Michel Kiener weiterbilden zu können, animiert ihn dazu, beinahe in Vergessenheit geratene Artikulationsformen auf der Panflöte wieder zu gebrauchen. Der Panflöte soll wieder ihre einzigartige und doch vom Interpreten individuell gestaltete Sprache verliehen werden. Dieses uralte Instrument, hier in der Ausprägung wie in der original traditionellen rumänischen Musik gespielt, feierte in den 70-er und 80-er Jahren grosse Erfolge in Westeuropa, verliert aber zunehmend seine ihm angedachte musikalische und sprachliche Konzeption, auch gerade wegen sogenannten „Verbesserungen" und „Fortschritten" in instrumentenbaulicher Hinsicht, welche zumeist nur die artikulatorischen Mittel beschneiden. So verwundert es nicht weiter, dass die Panflöte in der Folge immer mehr in den sentimental-kitschigen Bereich driftet. Dem Instrument wird also ein Platz zugewiesen, der ihm fremder nicht sein könnte. Dem Panflötisten ist das Wiederherstellen einer Verbindung zu den früheren Traditionen ein ein echtes und legitimes Anliegen. Eine Verbindung, basierend auf Schriften und einer immensen mündlichen Überlieferungstradition, welche während Jahrhunderten im Abendland und in der ganzen Welt lokal fortbesteht, oft wie durch ein Wunder.

Hanspeter Oggier entfaltet in den letzten Jahren eine rege Konzerttätigkeit und ist mittlerweile ein gefragter Solist und Kammermusiker. Erwähnenswerte Auftritte sind beispielsweise: Konzertreihe „Musik an der ETH" (2009), Solist mit dem Ensemble Fratres in Dardagny bei Genf (2010 und 2014), Konzerte in Österreich, Spanien, Deutschland und Frankreich. Die Deutsche Gesellschaft für Flöte lädt ihn für ein Konzert ans Flötenfestival Freiburg im März 2013 ein. Hanspeter Oggier ist auch pädagogisch aktiv, so lehrt er beispielsweise seit 2011 das Hauptfach Panflöte an der Hochschule Luzern-Musik.

2007 ist Hanspeter Oggier Preisträger der Kiefer Hablitzel Stiftung. Im Dezember 2008 erscheint seine erste CD «Arpeggione» in Zusammenarbeit mit Marielle Oggier (Querflöte) und Mathias Clausen (Klavier) bei «musica nobilis». In Kürze werden zwei weitere Album mit Werken von A. Vivaldi und G. Ph. Telemann beim holländischen Label „Brilliant Classics" veröffentlicht, welche er mit dem Ensemble Fratres 2013 in Mondovi (I) Italien aufgenommen hat.